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Neun Gesundheitstipps die sie fast nichts kosten

- oder sogar Geld sparen

Alle Angaben ohne Gewähr, sie ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Keine Gewähr für externe Links. Ein fehlender Hinweis auf einen Markennamen oder eingetragenes Warenzeichen bedeutet nicht, das dieses frei verfügbar ist.

1) Einfach im Auto anschnallen bzw. einen Helm auf dem Rad tragen.

Sicher, das weiß jeder, nur mir tut nach 10 Jahren im Schockraum, den OP-Sälen und Intensivstationen einer Uniklinik allein schon der Anblick eines lose baumelnden Sicherheitsgurtes weh. Auch wird besser die Frisur durch einen Radhelm gedrückt, als unser Hirn bei einem Unfall gequetscht. Ohne diesen Zentralrechner sind wir mit den komplexen Aufgaben in Beruf und Familie hoffnungslos überfordert. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma reißt viele junge Menschen aus der Mitte ihres Lebens und macht in Deutschland 4000 von ihnen jedes Jahr zu dauerhaften Pflegefällen. Gehen Sie nicht davon aus, dass nichts passieren wird, denn nicht jeder Verkehrsteilnehmer ist auch verkehrstüchtig! Anschnallen kostet nichts, ein Fahrradhelm nur 2-5 Cent/Tag (35-130 Euro, 5 Jahre lang getragen). .

2) Mit dem Rauchen aufhören.

Was ist dekadenter: eine Uhr für 9000 Euro am Handgelenk oder jeden Tag ein Päckchen Zigaretten? Klar, viele Uhren messen für deutlich weniger Geld etwa die gleiche Zeit. Aber nach vier Jahren ist das Schmuckstück immer noch 6000 Euro wert, dagegen sind die 30.000 Zigaretten nur noch Asche. Davon abgesehen sterben Raucher im Schnitt 12 Jahre früher oder japsen beim Treppensteigen schon nach einer Etage. Einfach Aufhören sagt sich leicht. Die Tabakindustrie hat lange daran gearbeitet, dass man "bei der Stange bleibt". Nikotin stimuliert unser Belohnungssystem im Kopf, so ist Nikotinverzicht erst einmal ist richtiger Stress. Unruhe, Schlafstörungen und schlechte Laune sind normal. Deshalb absolviert man seinen Rauchstopp am besten dann, wenn ansonsten die Lebensumstände angenehm sind, z. B. im Urlaub. Wer nicht von jetzt auf gleich aufhören kann oder will, kann

- seine tägliche Zigarettenzahl senken,

- auf E-Zigarette umsteigen und so die tägliche Giftmenge reduzieren, oder

- mit Medikamenten den Appetit auf Zigaretten bremsen.

Seit 2015 empfiehlt die britische Gesundheitsbehörde „Public Health England“ Verdampfer, wenn der komplette Rauchverzicht misslingt oder abgelehnt wird. Dem hat sich das „Royal College of Physicians“, die altehrwürdige britische Ärztevereinigung, im April 2016 angeschlossen (gekürzt): „E-Zigaretten scheinen für Raucher ein effektives Hilfsmittel für den Tabakverzicht zu sein. Sie sind beliebter als Nikotinersatzprodukte, aber möglicherweise auch schädlicher. Wie auch immer, es ist unwahrscheinlich, dass die Risiken eines langjährigen Dampfinhalierens mehr als 5% denen eines langjährigen Tabakrauchens überschreiten. Manche haben Sorgen, das mit der E-Zigarette das Rauchen wieder salonfähig werden könnte. (...) Vielmehr werden E-Zigaretten als eine gesündere Alternative von Tabakrauchern genutzt. Da die Tabakindustrie in den Markt der E-Zigaretten eingestiegen ist, wird sie das wahrscheinlich ausnutzen wollen, um Zigarettentabak zu bewerben und um die Tabakfreiheit breit zu untergraben. Wie dem auch sei, im Interesse der Gesundheit sollten E-Zigaretten wie tabakfreie Nikotinprodukte und Nikotinersatzstoffe als Tabakersatz beworben werden.“ 2018 äußert sich das renommierte Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ähnlich: „Auch wenn die [deutsche] Leitlinie [...] E-Zigaretten bislang nicht zum Rauchstopp empfiehlt, sprechen sich mehrere Fachgesellschaften vorsichtig dafür aus [...]. Die nach aktuellem Forschungsstand erfolgreichste Unterstützung für einen Rauchstopp ist eine Verhaltenstherapie, ergänzt durch Nikotinersatzprodukte [...]. Für Raucher, die mit [...] leitliniengerechten Hilfsmitteln erfolglos waren oder sie ablehnen [...], können E-Zigaretten eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen sein. Wegen der unklaren langfristigen Gesundheitsrisiken ist es ratsam, auf lange Sicht auch den E-Zigarettenkonsum zu beenden, sofern E-Zigaretten nicht gebraucht werden, um einen Rückfall ins Rauchen zu vermeiden.“ Ja: Eine Raucherlunge (Blählunge/COPD) bessert sich beim Umstieg auf´s Verdampfen, aber 2019/2020 erlitten 2807 junge US-Amerikaner schwere Lungenschäden, als sie i. d. R. THC-Öl beimischten ("EVALI": E-Zigarette/Vapor-assozierte Lungenschäden). Bei ¾ der 68 daran Verstorbenen (Stand 2/2020) fand sich als wahrscheinliches Gift der Zusatzstoff Vitamin E in ihren Bronchien. Fazit: Dampfen ist eine Ausstiegsoption für starke Raucher, aber kein gesunder Genuß für Nichtraucher.

www.gov.uk/government/news/e-cigarettes-around-95-less-harmful-than-tobacco-estimates-landmark-review

www.rcplondon.ac.u/projects/outputs/nicotine-without-smoke-tobacco-harm-reduction-o

www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/FzR/FzR_2018_E-Zigaretten.pdf?m=1544522759

Ganz aufhören mit medikamentöser Unterstützung. Mit den Medikamenten Varencillin (eingetragenes Warenzeichen: Champix) und Cytisin (eingetragenes Warenzeichen: Tabex) liegen die Erfolgsquoten der Tabakentwöhnung höher, als mit Nikotinpflastern oder -Kaugummis. Wie Nikotin setzen sie am gleichen nikotinergen Acetylcholinrezeptor im Gehirn an. Champix (WZ) ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Kosten von etwa 300 Euro für eine zwölfwöchige Kur müssen selber bezahlt werden. Champix (WZ) ist sehr gut wissenschaftlich untersucht. Dabei haben sich frühere Bedenken um mögliche Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, psychische Störungen bis hin zu Selbsttötungen glücklicherweise statistisch nicht bestätigt. Tabex (WZ) ist dagegen rezeptfrei über das Internet aus Polen zu beziehen. Eine knapp vierwöchige Behandlung kostet nur rund 25 Euro incl. Versand. Tabex (WZ) wurde vor mehr als fünfzig Jahren in Bulgarien zur Raucherentwöhnung zugelassen und dann in ganz Osteuropa erfolgreich eingesetzt. 2014 wurde seine Überlegenheit im Vergleich zu Nikotinpflastern in einer von australischen Gesundheitsbehörden finanzierten Studie in einer renommierten Fachzeitschrift vorgestellt (Walker N, et al Cytisine versus Nicotine for Smoking Cessation. NEJM 2014; 371:2353-2362). Bei beiden Medikamenten sollte man die Packungsbeilage beachten und sich zuvor von einem Arzt beraten lassen, besonders bei Epilepsie, Depression oder Herzerkrankungen.

- Varencilin und Cytisin können zu Schwindel und Müdigkeit führen. Solange die individuelle Reaktion unklar ist, sollte auf das Bedienen von Maschinen und das Autofahren verzichtet werden.

- Vorsicht mit Alkohol: Wirkverstärkung, aggressives Verhalten und Gedächnislücken sind möglich

- Bei Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder allergischen Hautreaktionen müssen die Mittel sofort abgesetzt und ärztliche Hilfe aufgesucht werden

Aber trotz aller Medikamente bleibt Tabakverzicht Kopfsache!. Dabei kann eine von der EU finanzierte App namens "iCoach" gut helfen (kostenlos im Appstore und im Google Play Store erhältlich). www.exsmokers.de/de-de/

3) Auslandskrankenversicherung

Hat man im Ausland eine schwere Krankheit oder einen schweren Unfall erlitten, kann eine Auslandskrankenversicherung (für 10-60 Euro/Jahr) dem Verletzen zehntausende Euro für die medizinische Behandlung und für den Rückflug im Ambulanzjet ersparen

Finanztest 5/2016: Einsatz in den Bergen (Euro 1,50)

Finanztest 6/2015: Absichern beim Aufstieg, Reisekrankenversicherung (Euro 2,50)

Die Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein deckt weltweit Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis 25.000 Euro und die medizinische Behandlung von Unfällen ab. Sie lohnt sich für Bergsteiger und Wanderer die auch von den übrigen Vergünstigungen profitieren, zum Beispiel beim übernachten in Alpenvereinshütten.

4) Impfung gegen Papillomviren (HPV)

Mädchen und Jungen haben vom 9. bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag darauf Anspruch. Danach, meist bis zum 25. Lebensjahr, werden die Kosten für den Impfstoff - ca. 480 Euro (!), teils auch der Impfung selbst (ca. 30 Euro) von vielen gesetzlichen Krankenkassen im Nachhinein erstattet. Humane Papillomviren sind Auslöser für Gebärmutterhalskrebs, Peniskarzinom und Feigwarzen. In Deutschland erkranken jährlich über 4000 Frauen am Gebärmutterhalskrebs (11/100.000 Frauen/Jahr) und über 1500 sterben daran. Männer sind wie Frauen Virusüberträger und ein (sehr seltenes) Peniskarzinom sollte sich jeder ersparen.

5) Ab 35 Jahre: Medizinische Check-up´s.

Gesetzlich Versicherte haben darauf alle drei Jahre Anspruch. Dabei wird nach Beschwerden gefragt, der Mensch von Kopf bis Fuß gründlich untersucht und abgehorcht. Im Blut wird Cholesterin und Blutzucker gemessen. Eine Urinprobe rundet das Ganze ab. Ziel ist die Erkennung von häufigen, schleichenden Krankheiten wie zu hohes Cholesterin, Diabetes oder Bluthochdruck. Für ein zusätzliches Hautkrebsscreening empfehle ich in Mainz eine/n Dermatologin/Dermatologen.

6) Ab 40 Jahre täglich 800 E Vitamin D, wenn man nicht täglich mindestens eine halbe Stunde Sonne tankt, so daß der Körper selbst genug Vitamin D bilden kann.

Blutspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D unterhalb von 12 ng/ml (30 nmol/L) führen bei Älteren zu Osteoporose ("morsche Knochen"), bei Kindern zu Rachitis (Knochenverbiegung). Niedrig-normale Werte von 20-30 ng/ml (50-75 nmol/L) sind zwar für gesunde Knochen unbedenklich, provozieren jedoch Infekte der oberen Atemwege, die sich wiederum mit der täglichen Einnahme von 800-2000 E (Einheiten) Vitamin D verhüten lassen.(1) Wer mit dem Messen oder Verkauf von Vitaminen Geld verdient, setzt die Untergrenzen oft höher an - das ist unseriös und verunsichert. Ohne Risikofaktoren (z. B. frühere Knochenbrüche ohne große Gewalteinwirkung) ist die Messung Unsinn. Aber: Bei weniger als 30 Minuten Sonne täglich machen Schwangere und über 40jährige nichts falsch, 800 E/Tag einzunehmen, ohne Messungen vorab. Dunkelhäutige brauchen die hierzulande immer, selbst als Profifußballer. Parallel zum Vitamin D-Mangel häufen sich Herz- und Gefäßerkrankungen, Typ 2-Diabetes und Krebsleiden. Auch haben hellhäutige Sonnenvermeider (2) und Menschen mit dunkler Haut in gemäßigten Breiten (3, 4) insgesamt eine höhere Sterblichkeit wie umgekehrt Sonnenanbeter eine niedrigere: Von den fast 30.000 Teilnehmerinnen einer schwedischen Beobachtungsstudie (2) vermieden 6% die Sonne in jeder Hinsicht. Nach 15 Jahren hatten sie eine Überlebensrate von 93 statt 96%, d. h. doppelt so viele von ihnen waren gestorben! Andere Einflüsse wie Ausbildung, Einkommen, Familienstand, Körpergewicht, Sport, Alkohol und Rauchen hatten die Analysten berücksichtigt. Doch ist der Vitamin D-Mangel nun die Ursache oder nur der Marker eines ungesunden Lebens ohne Sonne und Bewegung? Mehrere große Studien konnten unterm Strich nicht zeigen, dass sich Diabetes, Krebs und Gefäßkrankheiten vermeiden lassen, wenn der Mangel durch Tabletten ausgeglichen wird. (5) Im Gegenteil: Ohne tatsächlichen Mangel sind wiederum 2800 I. E Vitamin D am Tag (bzw. 20.000 I.E./Woche) zuviel: dann bilden sich Nierensteine, Gefäße verkalken - und Herzinfarkte nehmen zu!

(1) Martineau AR et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections (...) BMJ 2017;356:i6583 (2) Lindquist PG. Avoidance of sun exposure (...). J Internal Med 2014; 276:77-86 (3) Peller S. Skin irritation and cancer (...). Am J Med Sci 1937;194:324-33 (4) Groves FD et al. Cancer in Korean war navy technicians (...). Am J Epidemiol 2002; 155: 810.8 (5) Fuss CT, Fassnacht M. Dtsch Med Wochenschr 2020;135-139

Wo sollte man Vitamin D kaufen? In der Dezemberausgabe 2018 macht das Verbrauchermagazin Ökotest einen feinen Unterschied zwischen apothekenpflichtigen, aber wohlgemerkt rezeptfreien Vitamin D-Präparaten, deren grundsätzliche Wirksamkeit es postuliert, und dem in Drogerien und Supermärkten erhältlichen Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel, die es für gesunde Verbraucher als grundsätzlich nutzlos klassifiziert - Zitat: "Nahrungsergänzungsmittel floppen. Alle Arzneimittel können wir empfehlen." Dabei geht die Ökotest-Redaktion vermutlich davon aus, das "Apotheken-Vitamin D" nur nach " ärztlicher Rücksprache und Kontrolle" bzw. Diagnose eines Mangels verkauft wird, das stimmt aber nicht - eben weil es rezeptfrei ist! Paradoxerweise wurden diejenigen Nahrungsergänzungsmittel abermals abgewertet, welche 1000 I.E. des Vitamins enthalten - ein wenig mehr als empfohlen - wohingegen die apothekenpflichtigen Präparate allesamt 1000 I.E. pro Tablette bieten. Pharmakologisch lässt sich das nicht nachvollziehen. So bediene mich weiter im Supermarkt, wenn mein Alltag nicht genug Sonne bietet.

7) Nach 1970 geboren? Schauen Sie im Impfpass nach, ob Sie zweimal gegen Masern geimpft sind!

Eine Weile dachten wir Ärzte, eine einmalige Masernimpfung wäre ausreichend. Seit einigen Jahren wissen wir, dass sie es leider nicht ist: in Deutschland erkranken jedes Jahr 500-1000 Personen an Masern. 30 bis 50% davon waren geimpft - aber eben nur einmal. Also: wenn einmal oder kein Mal geimpft sind, kein Impfpass mehr vorhanden oder sonstwie die Situation unbekannt ist, in all diesen Fällen wird zur Sicherheit eine Impfung noch im Erwachsenenalter empfohlen - solange keine Immunschwäche besteht. Denn einen von 1000 Masernerkrankten triff es schwer: das Immunsystem ist damit so ausgelastet, dass Lungen- und Hirnentzündungen die Folge sind, teils mit bleibenden Schäden oder gar tödlichem Ausgang. Achtung: Bei Kinderwunsch sollten unbedingt zwei Impfungen gegen Masern und Röteln VOR der Schwangerschaft erfolgt sein, damit diese Krankheiten nicht in der Schwangerschaft das ungeborene Kind schädigen. Neu seit 1.3.2020: das Masernschutzgesetz. Nicht nur Kinder, auch alle die im Gesundheitswesen und Betreuungseinrichtungen beschäftigt sind und nach 1970 geboren wurden, müssen bis 1.7.2021 den Nachweis ihrer Masernimmunität via Impfpass oder ärztlichem Attest erbringen. Das beinhaltet "die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal." (...) Auch Asylbewerber und Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft müssen den Impfschutz aufweisen. Sonst drohen Bußgelder gegen die einzelne Person und die Leitung der Einrichtung. Darüber hinaus wird die zweimalige Masernimpfung für Studenten und Lehrkräfte an Universitäten und Fachhochschulen empfohlen.

8) Ab 50 Jahre Vorsorge gegen Dickdarmkrebs: d. h. Stuhltests, ab 50 (Männer) bzw. 55 Jahre (Frauen) eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) zur Erkennung und Entferung bereits von Vorstufen(Polypen).

Sind Vater, Mutter, Geschwister davon betroffen, dann wird das schon ab 50 Jahre und noch früher bezahlt. In unserer Bevölkerung besteht ein Risiko von 6%, an Dickdarmkrebs zu erkranken, bei einem Fall bei unter erstgradig Verwandten sind es 10%. Dabei entwickelt sich der Krebs nur ganz langsam, über viele Jahre aus Polypen. Werden diese im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung abgetragen, können sie auch nicht mehr bösartig entarten. Dickdarmkrebs ist somit weitgehend vermeidbar. Auch wenn es heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt: trotzdem sehen Erkrankte ihre Ärzte öfters, als es ihnen lieb ist. Dagegen dauert eine Koloskopie bei einem geübten Magen-Darm-Spezialisten mal eben eine Viertelstunde - und die vergeht mit ein paar Mittelchen "wie im Schlaf".

9) Ab 60 Jahre Impfungen gegen die Influenza-Grippe, Lungenentzündungen (Pneumokokken) und die Gürtelrose, bei bestimmten chronischen Krankheiten auch früher.

Ab 1.5.2019 die neue Impfung gegen die Gürtelrose (Shingrix R) reguläre Kassenleistung: für alle über 60 Jahre, bzw. ab 50 Jahre bei Diabetes, Asthma, COPD, Nierenschwäche, Immunschwäche wie HIV oder bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen (Darm, Rheuma). Lassen Sie sich auf unsere Warteliste setzen. Wichtig: die hohe Schutzwirkung ist nur gegeben, wenn eine zweite Impfung nach 2 bis 6 Monaten folgt! Nehmen Sie sich für den Tag der Impfung wie für den Folgetag nichts vor, oft ist man recht schlapp danach. Die Gürtelrose ist eine Reaktivierung von Windpocken aus dem Kindesalter, welche in den sensiblen Nerven jahrzehntelang überwintern. Auf die gesamte Lebenszeit bezogen, erkrankt jeder Dritte daran, einer von 20 Erkrankten leidet unter wochen-, teils monatelangen einschießenden und brennenden Schmerzen. Dank meiner früheren Tätigkeit in einer Schmerzambulanz bin ich mit der Behandlung vertraut, aber trotzdem braucht das kein Mensch. Der Impfstoff Shingrix ist ohne Einschränkungen für alle über-50jährigen zugelassen.

Punkt 2: In unserer Bevölkerung besteht ein Risiko von 1:200 pro Jahr (!) eine Lungenentzündung zu erleiden. Das ist eine schwere Infektion besonders für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen. Die häufigste Ursache sind "Pneumokokken": kugelförmige Bakterien, die man sich das ganze Jahr auf der Straße einfangen kann. Da sie anders als Grippeviren (Influenza) nicht ständig ihr Aussehen verändern, braucht die Impfung nicht jährlich aufgefrischt werden (allenfalls alle 5-10 Jahre).